Fondue Stübli Rimini Bar

Fondue, Käse, Wein, Fluss

06.10.2021

Käse im (Über)Fluss: Das Outdoor Fondue Stübli Rimini Bar

Sich vom Sommer zu trennen, fällt uns ja oft schwer. Was da hilft, ist Fondue. Während einem Lebkuchen im September immer das Gefühl vermitteln, die Zeit rase, versöhnt uns geschmolzener Käse. Das Wort «endlich» rutscht einem beim Gedanken an brodelnde Laktose raus, obwohl das Herz noch an der Hitze hängt. Warum sich also nicht da an der Schweizer Leibspeise ergötzen, wo man einst ins Wasser sprang? Die Rimini Bar, die frech in Zürichs ältestem Bad, der Männer-Badi, hockt, erfüllt uns diesen Wunsch und tischt Wintertraditionen eben da auf, wo man sich unter Palmen gerade noch ausgezogen hat: direkt am Fluss.

Fondue, Käse, Wein, Fluss

 

Rustikales Ferienfeeling

Mit gepunkteten und karierten Tischtüchern gedeckte Tafeln säumen den seitlichen Steg der 1863 erbauten Holzkonstruktion im Zürcher Schanzengraben. Auf den Bänken liegt Schafsfell, an den Wänden hängen alte Bauernteller. Wäre es wärmer und etwas früher im Jahr, würde der ausgestopfte Fuchs, der auf einem Weinfass auf die Besucher des Fondue Stüblis wartet, Herren jeglichen Alters beim Schwimmen beobachten. Tagsüber ist die Badi, deren Wasser direkt aus dem Zürisee in die Stadt plätschert, Frauen nicht zugänglich – neigt sich der Tag aber seinem Ende zu, verwandelt sich diese urbane Oase in eine hippe, aber romantisch unterspülte Bar für alle. Jetzt mit Chalet-Charme und Käse-Duft.

Fondue, Käse, Wein, Fluss

 

Cremige Experimente

In grossen Körben wird das Brot angeliefert, in kleinen Schälchen knackige Birne, kleine Gschwellti und saures Essiggemüse. Wer mag, bekommt als Vorspeise eine üppige Trockenfleischplatte. Käseliebhaber*innen wählen zwischen Raclette (ab vier Personen auf Vorbestellung) und fünf verschiedenen Fondues. Immer wurden diese liebevoll mit Weisswein, Kirsch und Knoblauch verfeinert, oft sind sie traditionell, manchmal gar experimentell. Während einen das Rimini-Fondue, eine knallorange, geheime Mixtur mit Chili und Speckwürfeln, flüssige Pizza-Vibes schmecken lässt, regt die Chrüter-Variante zum Rätseln an: Welche Bio-Alpenkräuter tauchen da aus dem Käse auf den Geschmacksknospen auf? Appenzeller Fondue und Moitié-Moitié enttäuschen als Klassiker auch neben Palmblättern und Wasserfontänen nicht. Und der harmonisch komponierte Topf mit exquisitem Trüffel lässt einen fast über die hölzerne Brüstung taumeln, so selig ist man, hat man das ganze Caquelon ausgekratzt.

Fondue, Käse, Wein, Fluss

 

Läuft – in Gaumen und Flussbett

Vielleicht aber liegts auch am Wein, der den Magen im Fondue Stübli kitzelt. Hier ist alles im Fluss, auch der sorgfältig ausgesuchte Alkohol: So empfiehlt man zum Käse das blumige Bukett des weissen Heidas aus dem Wallis. Ausserdem böten sich das aufgeweckte Väterchen Frost aus Zürich oder der lebendige, aber sanfte Mondieu Mondieu aus dem Rhonetal an. Mein Gott! Roten gibt es selbstredend auch, ebenso so wie kürzeres, stärkeres Vergnügen. Natürlich wird mit Schnaps verdaut und zugeprostet, was das Zeug hält. Wir sitzen schliesslich in einer Bar – trotz Käse und Strömung. Kleiner Tipp: Das hilft neben molligen Decken und Kuscheln auch gegen die Kälte, die ja bald kommen soll.